Vor zwei Wochen habe ich das erste, und bisher einzige mal, über Schneespur berichtet. Schneespur ist eine Open Source Software für alle die Winterdienst betreiben. Es hilft bei der Dokumentation der Arbeit. Es ist kein SaaS, kein Abo – einfach downloaden und auf den eigenen Server installieren, bzw. einfaches Webhosting Paket. Im Adminbereich kann man Fahrer und Kunden anlegen, sieht erledigte Arbeiten, hat verschiedene Statistiken aber der wichtige Part ist eher der Fahrerbereich. Dieser öffnet die Seite am Handy, loggt sich mit seinen Daten ein, startet seine Schicht und wählt Kunde / Objekt aus und arbeitet einfach. Schneespur macht automatisch die Dokumentation. Die GPS Punkte werden mittels OwnTracks an Schneespur gesendet. Wetterdaten werden zum Jobbeginn und Ende gespeichert. Der Fahrer kann Notizen angeben sowie Fotos hochladen. Ist der Job fertig, wird von alleine ein Einsatznachweiß als PDF erstellt.
Also die Dokumentation. Wer hat wann mit welchem Fahrzeug das ganze gemacht, GPS Punkte werden angezeigt, die Wetterinfos sowie Notizen / Fotos vom Fahrer. Dieser Nachweis dokumentiert den Winterdiensteinsatz. Gleichzeitig kann man einstellen, dass der Kunde ebenfalls automatisch den Nachweis per Email bekommt. Und oder Zugang hat zum Kundenportal, wo er ebenfalls den Nachweis einsehen kann.
Sprich kein Anruf mehr „War der Winterdienstler schon da?“ oder „Letzte Woche ist einer ausgerutscht, habt ihr nicht geräumt?“. Kein großes Herumfragen mehr. Keine nicht leserlichen Notizen auf nem Schmierzettel. Sondern ein sauberes PDF.
Schneespur wächst täglich. Die Grundsoftware ist sozusagen fertig. Es soll keine Software sein die alles kann und 100 Funktionen inkludiert hat, welche man vielleicht nicht möchte. Deswegen gibt es Module. Hier gibt es aktuell das Diagnose Modul sowie das Telegram Modul. Diagnose Modul hilft mir bei der Arbeit. Keine Mail ala „Schneespur geht nicht“ ähm ja schön, was geht nicht? Man installiert sich das Modul, bekommt nen API Key und Fehlermeldungen vom System werden an mich weitergeleitet = ich sehe direkt um was es geht und kann es beheben.
Das Telegram Modul ist für Benachrichtigungen da (no way Sherlock…). Kunde bekommt nach jedem Job, wenn er es möchte, eine Email mit dem PDF Bericht. Mit dem Telegram Modul kann er auch eine kurze Nachricht aufs Handy bekommen „Objekt XYZ vom Fahrer Y wurde um 06:06 Uhr geräumt.“. Einfach als kurze Info. Die Mail gibt es trotzdem. Das Telegram Modul öffnet zudem den Weg, dass weitere Module Telegram Benachrichtigungen raussenden können.
Von Haus aus gibt es folgende: Kunde bekommt ne Nachricht, Job fertig. Der Admin bekommt ne Benachrichtigung wenn der Fahrer seine Schicht beginnt und beendet. Alles Einstellbar und Anpassbar. Jenachdem wie man es möchte und was man möchte.
NoSign – Vertragsverwaltung und Vertragserstellung als Modul
Das nächste Modul uferte sehr schnell aus und wird zur eigenen Software, welche es dann ebenfalls als Open Source geben wird. Aber da hole ich kurz ein wenig aus. Ich möchte nicht nur Module anbieten wie Benachrichtigungen sondern was dem Winterdienstler auch direkt hilft / Arbeit abnimmt. So das Vertragsverwaltungs-, und erstellungsmodul. Namen hat es noch nicht also einfach mal so betitelt.
Ziel soll sein, man installiert das Modul in Schneespur und kann bereits vorhandene Verträge einfach uploaden und einem Kunden zuweisen. Als Betreiber und Kunde im Kundenportal kann man die Verträge einsehen. So hat man alles an seinem Platz. Nun gehe ich aber noch einen Schritt weiter und zwar mit der Vertragserstellung und Unterzeichnung. In Zukunft kann man im Modul neue Verträge erstellen (Vorlagen wird es geben als auch Freitext und diese kann man sich als eigene Vorlagen abspeichern). Direkt mit Kunden und Objekt Auswahl. So gesehen als kleinen Setupwizzard. Kunde auswählen, Objekt bestimmen, Vorlage von mir nehmen oder eigene Vorlage wählen oder leeres Blatt. Alles ausfüllen bzw. Vertrag schreiben und speichern. Das ganze wird dann konvertiert als PDF und geht, wer es nutzen möchte, über meine API an NoSign.app, wo der Kunde es direkt digital unterschreiben kann.
Und NoSign war als erstes nicht mal geplant. Ich wollte eigentlich ne fertige Open Source Software dafür nutzen. Gibt es ja auch zahlreiche, ohne jetzt Namen zu nennen. Im Grunde sind die auch alle gut. Aber je nach Software gab es dann die Funktionen nicht die ich haben wollte oder nur im Abo. So z.B. ne API. Oder das Hard Delete vom Server.
Also habe ich, mit Claude Code, NoSign gemacht. auf NoSign.app ist meine gehostete Version. NoSign.dev wird es dann das ganze selber als Open Source geben. Aber was macht das ganze nun? Es bietet die Plattform für eine einfache digitale Unterschrift an. Im Schneespur Fall, der Winterdienstler installiert sich das Modul, erstellt einen Kundenvertrag, dass PDF wird an NoSign weitergeleitet, der Kunde vom Winterdienst bekommt einen Link zugemailt, Vertrag zur Unterschrift parat.
Kunde klickt den Link, bestätigt seine Email, unterzeichnet Online und der Vertrag landet im Anschluss auf der Schneespur Instanz vom Winterdienstler inkl. Kundenportal. Zusätzlich gibt es eine audit.pdf zu jedem Vertrag. Diese beinhaltet Daten wie wann wurde der Vertrag eingereicht, wann hat der Kunde seine Email bestätigt, wann hat er Unterschrieben, wann ging der Vertrag zurück und wann wurde der Vertrag auf NoSign.app dauerthaft gelöscht. +- paar weitere Punkte mehr. Der Audit soll helfen / aufzeigen, wer wann unterschrieben hat.
Es ist keine Qualifizierte digitale Unterschrift – diese braucht eine Ausweisbestätigung per Video oder eben per NFC. NoSign macht ausschließlich die einfache digitale Unterschrift mit einem starken Audit. Der unterschriebene Vertrag, kann nur vom Kunden unterschrieben werden als auch Kunde + Winterdienst als auch Kunde + zweite Person + Winterdienst – alles frei definierbar, wird im Anschluss digital versiegelt mit einem PadES-B-T. Pawasfürn Ding?
PAdES-B-T (PDF Advanced Electronic Signatures – Baseline-T) ist ein europäischer Standard für digitale PDF-Signaturen, bei dem eine elektronische Signatur um einen vertrauenswürdigen Zeitstempel ergänzt wird. Dadurch kann nachgewiesen werden, dass ein Dokument zu einem bestimmten Zeitpunkt unterschrieben wurde und seitdem nicht verändert wurde. Der Zeitstempel wird von einer sogenannten Time Stamping Authority (TSA) erzeugt und erhöht die Beweiskraft der Signatur, da er den Signaturzeitpunkt kryptografisch absichert. PAdES-B-T wird häufig für Verträge, Vereinbarungen und andere geschäftliche Dokumente eingesetzt und erfüllt die Anforderungen der eIDAS-Verordnung für fortgeschrittene elektronische Signaturen.
Man kann zwar nicht zu 100% Beweisen, dass genau diese Person unterschrieben hat, aber durch das Audit kann man sagen: diese Person wurde per Email eingeladen, hat die Email aufgemacht, hat die Email bestätigt, unterschrieben und das PDF wurde seitdem nicht mehr verändert. Im Fall von Schneespur kann man zudem noch weiter sagen, der Kunde wurde in Schneespur angelegt, der Kunde hat Zugang zum Kundenportal und im besten Falle, läuft die Zusammenarbeit mit dem Kunden schon länger.
Aber das macht eben NoSign.app als Modul für Schneespur. Und auch das, kostenlos für den Winterdienstler. Über meine API wird es auf 20 Verträge pro Monat limitiert, dass hat aber mehr den Grund, erstmal zu schauen, wie sich das ganze Live verhält. Danach kann man das Limit gerne erhöhen. Alternativ, je nachdem wie es ankommt, auch mit einem kostenpflichtigen Abo / Prepaid / whatevern. Aber das ist nicht geplant. Aber lieber sage ich hier – hey, kann kommen, statt später mal – mooooment, es hieß nie das es kostenpflichtig werden könnte. Was es auch nicht tut, weil selbst wenn es ein Abo geben würde, es immer die 20 Verträge pro Monat kostenlos geben wird. Aber das ist soweit in Zukunft, da mache ich mir keinen Kopf.
Mir macht die Entwicklung Spaß. An NoSign, an der API, an dem Modul und an Schneespur. Auch wenn ich mehr Claude Code zuschaue. Und da kommen wir zu:
RIPtokens.com
Jesus Maria… was? Keine Sorge, RIPtokens.com ist mehr eine just4fun Seite. Gestern habe ich mich selber gefragt, wie viele Tokens ich mit Claude Code wohl schon verbraucht habe? Tokens sind, grob gesagt, jede Nachricht, jedes Zeichen, jede Arbeit mit der KI kostet Tokens. Entweder hat man ein Abo und es wird nicht pro Token abgerechnet oder man zahlt direkt über den API Zugriff. Aktuell habe ich bei Claude den Max Plan. Habe also ein Kontingent was mir frei zur Verfügung steht. Trotzdem sieht man die verbrauchten Token. Also habe ich Claude Code gefragt, mehr eigentlich nur für mich, wie viele Tokens habe ich denn schon auf dem gewissen? Bekam die Antwort, haben ne kleine Website draus gemacht und letztendlich wurde es RIPTokens.com. Und ja, ich übertreibe gerne. Auf der Website sieht man, wie viele Tokens ist schon an Claude Code geopfert habe. Aktuell 13 Milliarden… aber man sieht auch wie sich der Token Verbrauch verhält, für welche Projekte und welche Modelle die meisten gefressen haben.
Und das ist schon wieder interessant.
- NoSign hat bisher die meisten Tokens gefressen, 2,4 Milliarden.
- Schneespur „erst“ 1,88 Milliarden.
- Schneespur.de, die Website nur, 646 Millionen.
- Wintertrace.com, die Schwester Website, 715 Millionen.
- Diagnose Modul nur 156 Millionen.
- Telegram Modul 488 Millionen.
- Meine API 922 Millionen. Die ja auch genutzt wird für das Diagnose Modul und NoSign für das eigene Modul
Vieles hängt zusammen. Eigentlich alles. Schneespur (die Software) braucht ne Website. Da ich direkt übertreibe und es International mache, zwei Websites. Die Module. NoSign gibt es nur, weil ich das als Modul machen möchte. Ohne Schneespur gäbe es kein NoSign. Die API braucht es damit die Schneespur Installationen nicht direkt mit meinem Empfänger in Verbindung stehen sondern es einen Mittelsmann gibt.
Der Token Verbrauch für die Websites stieg auch dezent. Weil ich auf Schneespur.de und Wintertrace.com nicht nur einfach „hier downloade Schneespur“ machen möchte sondern mehr Informationen. So gibt es auf beiden Seiten lokale Informationen zum Thema Winterdienst. Hier zu sehen auf Schneespur.de/winterdienst. Eine, aufwändige, Erstellung von Städteseiten. Wie ist der Winterdienst in Passau, München und co? Also was gibt es zu beachten? Räumzeiten, darf Salz verwendet werden, wer ist für was zuständig, wie sind die Bußgelder etc… pp… Das gibt es auch auf Wintertrace.com, hier starte ich aber nicht mit Bayern sondern mit Kanada.
Schneespur wird direkt international aufgebaut, später durch spezielle Ländermodule, so das die Grundsoftware sowohl in Deutschland als auch z.B. in Kanada nutzbar ist. Die Deutsche Seite greift den DACH Raum ab, die Englische Website den Rest der Welt. Aber ich möchte dort auch nicht nur Text haben, sondern auch nützliches. Wie den Winterdienst Kostenrechner und Winterdienst Kalkulationsrechner. Ersterer ist für normale Menschen, was würde mich ungefähr der Winterdienst Kosten? Der zweite Rechner soll als Unterstützung dienen für den Winterdienstler selber. Welche Kosten haben ich – was muss / sollte ich für einen Winterdienst verlangen, damit man keinen Verlust macht / profitabel arbeitet.
Beides Entstand auch aus ner Schnapsidee – ganz ehrlich? Keine Ahnung ob beide Tools hilfreich sind. Vom Umfang her sind sie aber schon besser als so manch anderes was es da draußen gibt. Es scheint also einen Bedarf zu geben nach sowas. Aus der eigentlichen Produkt Website über Schneespur wird also so langsam selbst auch mehr. Nicht in Richtung Portal, mehr als Ratgeber / Informationsquelle.
Und das passt auch irgendwie. Es rundet das ganze ab. Schneespur selber – das ganze entstand aus einem 5 Minuten Gespräch mit nem Kollegen, der mich fragte, ob ich ihm was machen könnte zur Dokumentation, uferte ja direkt aus. Dann kam Jenni dazu. Module. Nun NoSign (was ja die eigentliche Software ist, die API als auch das Modul).
Die nächsten Module stehen auch schon, bzw. sind im Kopf. Aber keine großen. Sprachmodule. Damit Schneespur auch nutzbar ist für andere Regionen. So ist geplant Französisch (Wintertrace.com behandle ich Kanada…) als auch Tschechisch. Das man als Winterdienstbetreiber z.B. Schneespur auf Deutsch installiert, aber nen tschechisch sprechenden Fahrer hat oder nen Kunden der Franzose ist. Als Betreiber legt man den Fahrer oder Kunden an und wählt die passende Sprache aus für diesen. Jeder versteht direkt alles. Und jeder fühlt sich direkt wohler damit.
Gott wurde das schon wieder ein langer Artikel. Eigentlich wollte ich nur irgendwo mal RIPTokens.com erwähnen 🙂